4. April 2014

Moebius (Kim Ki-Duk) 7,1



Mit Pietà war ich als durchaus Kim-affiner zuletzt weniger glücklich...trotz wie immer beeindruckender Elemente war mir die Seelenpein dort schon ein bisschen zu übertrieben dargestellt.

Moebius hat eine ganz große Stärke - das schräge Familien/Sex-Drama kommt komplett ohne Worte aus, und hierin zeigt sich Kim als ein Meister der Inszenierung. In einer Kritik habe ich gelesen, dass der Film in erster Linie als humorvoll aufgefasst wurde, und vielleicht stimmt das auch, vielleicht inszeniert Kim mittlerweile seine immer wüsteren Geschichten mit einem ordentlichen Augenzwinkern - doch wie Moebius inszeniert und gespielt ist, lässt einen gut in die Abgründe hineinsinken, und die Thematik rund um den Verlust des Penis und die daran geknüpfte Suche nach sinnlichem Erleben ist faszinierend ausgedacht.

Zumindest eine gute Stunde lang - dann spürt man langsam, dass da jetzt noch alles nach Plan fertig erzählt werden soll, und damit wirds fad. 

Kims frühere Filme empfand ich als deutlich radikaler, obwohl man es wahrscheinlich umgekehrt sehen könnte - möglicherweise ein Gewöhnungseffekt an das Kino eines einst unglaublich aufregenden Regisseurs, der mittlerweile sowas wie (buddhistisch-)kurzweilige Leid-sploitation-Fließware zu drehen scheint - mal sehen, was noch kommt.

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