24. September 2010

Mary and Max (Adam Elliot) 8,32




Schon wieder so ein Film über Außenseiter, die sich anfreunden und schon wieder sind es ein älterer Mann und ein junges Mädchen (bzw. ein Kind). Das zunächst einmal Besondere an Mary und Max: sie sind Knetfiguren. Und absolut allein. Sie haben keine Liebsten, keine stützenden Familienmitglieder oder Freunde, also wohl das Schlimmste, was Menschen im Leben überhaupt passieren und sie zugrunde gehen lassen kann. Noch schlimmer, wenn man auch noch ernsthafte psychische Probleme bzw. eine Erkrankung hat. Das weckt natürlich beim Publikum Sympathien für diese armen Kreaturen, doch Elliot hat hier keinen simplen Tränendrücker, kein bewährte Pfade auslatschendes Drama, o.ä. gedreht. Er geht lieber, selbst ein wenig autistisch, den wunderbar eigenbrötlerischen Weg des unendlich Absurden, des schrägen und verspielten (Humors), er sucht und findet das Schöne im Häßlichen. Und, vielleicht das Allerschönste am Film, er lässt diese grotesk überspitzt, sonderlich und zutiefst humanistisch erzählte, nachwirkende Geschichte über Freundschaft ein Ende finden, das doch recht sad, aber auch ein bisschen happy zugleich ist.

Kommentare:

  1. Bester Trickfilm, den ich in den letzten Jahren gesehen habe!

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  2. So gut er auch ist, aber diesen Ausnahmestatus hat er bei mir nicht. Extrem berührt hat er mich nämlich nicht, vielleicht auch ein Ergebnis des Skurrilen im Übermaß (oder weil zu sehr aus der Perspektive eines Psychologen gesehen ;))

    Coraline hat mir z.B. noch um Einiges besser gefallen...oder natürlich auch einer meiner Favoriten der letzten Zeit: Idiots and Angels.

    Aber ist ja auch egal, schön ist der Film auf alle Fälle. Elliot hat ja auch für seinen "Harvie Krumpet" den Oscar bekommen, kannst dir ja auch mal geben. :)

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  3. Ich bin kein Liebhaber von Trickfilmen, hätte mir diesen hier wahrscheinlich auch nie angesehen, wenn er nicht Anfang Juli in der OV-Sneak gelaufen wäre. Und doch: mich hat er berührt, gerade das Ende - da musste ich mir fast ne Träne verdrücken. Wenn das ein Trickfilm schafft, dann Hut ab!

    Coraline fand ich insgesamt recht öde. Dieses ach-wie-fantasievoll-sind-wir-doch-Getue ging mir verstärkt auf die Nerven. Das ausstellende Kreativ-Gewichse stört mich sogar mitunter bei Burtonfilmen. Anderen (wie Vega) gefällt das offenbar sehr.

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  4. Trick ist eben nicht gleich Trick. :) Schön, dass du mal einen gefunden hast. ;)

    Hahaha, ausstellendes Kreativ-Gewichse...kommt immer drauf an, aber grundsätzlich hab ich da auch nix dagegen, lieber über-kreativ als gar nicht kreativ. Ein Film, bei dem ich so etwas aber auch mal misslungen oder einfach nervtötend fand, ist z.B. Imaginarium of Dr. Parnassus.

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