2. November 2011

La piel que habito (Pedro Almodóvar) 6,43




Seltsamer Beitrag zum Transgender-Thema.
Almodóvar entfaltet die kurios-düstere Handlung ruhig und ausführlich, trotzdem hält sich der Tiefgang in Grenzen und die Gefühlswelt der Charaktere mutet oft zu oberflächlich behandelt an. Eine gewisse Kühlheit gehört hier zwar zur Methode, ganz überzeugend ist diese aber auch nicht.

Die Inszenierung ist natürlich wieder gewohnt elegant und der Arthaus-Veteran hält Die Haut, in der ich wohne stets gekonnt unterschwellig spannend; besonders toll in Erinnerung, neben der obligatorischen Zuspitzung gegen Ende, bleiben diese sehr weirden, beklemmenden „Tiger“-Momente, die an die schräg-schrille Sexualisiertheit des frühen Almodóvar erinnern, nur eben schon deutlich gereifter inszeniert sind.

Das Ende des Films ist dann Almodóvar pur, plötzlich und schon fast völlig unerwartet gelingt es ihm, einem die Tränen ins Auge zu treiben und meisterlich zu schließen. Die knapp zwei Stunden davor haben solch eine emotionale Bindung zum Geschehen auf der Leinwand (wie in seinen vermutlich besten Werken Alles über meine Mutter und auch Sprich mit ihr) etwas vermissen lassen, sind jedoch von einer ganz eigenen Atmosphäre geprägt, die eher Oberflächenreize bedient. Das Drama um Körperidentität sowie die gruselige Mischung aus wissenschaftlicher Genialität und deren triebhaft-verzweifelt-pathologischer Umsetzung „hat was“, lässt aber zugleich auch ein wenig kalt. Und aus so einer Kälte kann zwar vielleicht im Film eine Persönlichkeit, beim Betrachter jedoch schwer Leidenschaft wachsen.

Kommentare:

  1. Sehe das ganz ähnlich wie du, wobei ich sogar sagen muss, dass mich das Ende weitgehend kalt gelassen hat. Die Welt, die Almodóvar in "La piel que habito" illustriert ist nach meinem Geschmack schlicht und einfach zu gefühlskalt, ja beinahe steril. Etwas, dass ich von ihm ansonsten nicht gewohnt bin.

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  2. Steril ist ein super Wort, um den Film zu beschreiben! :)

    Ich finde es schon okay, dass er mal was anderes probiert, aber am besten ist er halt doch, wenn er sein Werk mit mehr (spürbarer) Leidenschaft füllt..

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