20. November 2010

Invernadero (Gonzalo Castro) 0,60




Ruhige, sperrige, schwierige Filme sind schön. Unbewegte Kamera ist was Tolles. Filme über eigenbrötlerische Schriftsteller sowieso immer fein. Doch Invernadero ist anders. Invernadero ist belanglos. Ärgerlich. Unendlich belanglos. Und noch immer. Die Gespräche wären sogar in einer privaten Unterhaltung nicht besonders interessant. Im Kino sind sie, auf eineinhalb Stunden gedehnt, eine Zumutung. Szene auf Szene reiht sich ein Pseudo-Dialog an den nächsten. Der Schriftsteller uncharismatisch, langweilig, auch ziemlich unsympathisch. Am Ende gibt es Almodovar-Bashing, sein neuer Film sei doch so langweilig gewesen, köstlich. Wer im Gewächshaus sitzt, sollte bitte nicht mit Felsbrocken werfen.

Wenn es darum gehen soll, einen Schriftsteller und seinen Alltag als möglichst unglamourös und belanglos darzustellen: schön. Wäre auch eine feine Sache. Aber selbst unter dieser Prämisse ist der Film völlig gescheitert. Radikal ist er nämlich kein bisschen, nur einschläfernd und ärgerlich beliebig. Am Ende gibt es sogar Applaus; Leute, denen dieses Werk gefällt, scheint es tatsächlich zu geben. Vielleicht haben sie ja zum ersten Mal eine statische Kamera und einen langweiligen Künstler gesehen...

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