22. November 2010

Moon (Duncan Jones) 7,85




Ein Mann am Mond, ganz allein arbeitend. Bald hat er erste psychische Wahnvorstellungen, der Film scheint im Fahrwasser von Solaris zu schwimmen. Doch die Geschichte dreht sich hier um ein anderes Thema..

Moon ist ein relativ simpler, aber kompetent inszenierter, durchwegs spannender Film; ein sympathisch unaufgeregtes, humanistisch-klonistisches Werk. Getragen von einer One Man Show des leidenschaftlichen Sam Rockwell und einem wieder einmal großartigen Soundtrack von Clint Mansell entspinnt sich nette Sci-Fi-Unterhaltung, nicht mehr und nicht weniger. Nach dem Abspann bleibt nicht viel zu reflektieren, diese Mondreise ist auch bei weitem nicht so visionär und spektakulär wie etwa der letzte große Weltraumfilm, Danny Boyles Sunshine, doch Jones hat ordentliche Unterhaltung abgeliefert.

Kommentare:

  1. der letzte große Weltraumfilm, Danny Boyles Sunshine

    *hust hust*

    Moon hab ich leider bislang noch nicht gesehen, aber schlimmer als Doyles Totalausfall kann's ja kaum werden :)

    AntwortenLöschen
  2. Doyle, wer ist Doyle? ;)

    Also langsam wird es mir jetz doch unheimlich, schon der dritte für mich großartige Film innerhalb kurzer Zeit, der dich offenbar gar nicht erreicht hat.. ;(

    (oder der zweite, wenn man den Loach aus den bekannten Gründen mal etwas ausnimmt)

    AntwortenLöschen
  3. 7,85 wäre mir ein Tic zu hoch, aber die grundsätzliche Sympathie gegenüber diesem Film ist auch bei mir da. Mir scheint gerade der langsame atmosphärische Aufbau die größte Stärke des Unternehmens. Getragen von Sam Rockwell einerseits, aber auch von dem Smilie-Stationscomputer andererseits, der eine mindestens ebenso tragende Rolle übernimmt. Er stellt auch einen sehr interessanten Gegenentwurf zu Kubricks HAL dar, zudem man sich über seine Absichten bis zum Ende nicht ganz klar ist.

    Die Referenzen an das siebziger Jahre Science-Fiction Kino finde ich auch gelungen, trotzdem wahrt der Film seinen eigenen modernen Stil.

    Leider baut der Film etwas gegen Ende ab, die Auflösung und ihre Abwicklung ist dann nicht unbedingt schlecht, aber doch zu konventionell und geradlinig geraten, zu sehr an alten Genremustern orientiert.

    Ich weiß nicht genau was, aber ich hätte mir etwas mehr Mut gewünscht, neue Wege zu gehen.

    AntwortenLöschen
  4. Die Undurchsichtigkeit des Computers ist sehr nett, ja.

    Das mit dem konventionell und geradlinig meinte ich mit simpel. Ich hab mir auch gedacht, besonders ist das jetzt nicht, aber dann auch gleich wiederum, warum muß es denn immer was Besonderes sein? ;) Der Film ist einfach sympathisch und nie langweilig oder so..

    Den Mut mit einem extravaganten Finish hatte ja "Sunshine", was offensichtlich auch nicht allen gefällt. ;)

    AntwortenLöschen
  5. Also den Loach empfinde ich ja als gar nicht so schlecht. Insofern kannst du ihn getrost aus der Liste streichen. Nur: Welcher dritte Film hat mich denn nicht erreicht? Mein Gedächtnis lässt mich im Stich...

    AntwortenLöschen
  6. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  7. Bei Boyles "Sunshine" hatte ich die ganze Zeit die Hoffnung, er würde irgendwann noch einmal so großartig wie sein Soundtrack; leider ist er einer dieser Filme, bei denen ich gar nicht mehr so genau festmachen kann, warum ich ihn nicht mochte. Schlingert irgendwie so unentschlossen zwischen Kunst-Ambition und konventionellem Genre-Kino hin und her.

    "Moon" fand ich hingegen ganz, ganz toll. Übrigens ist Duncan Jones der Sohn von David Bowie, und ich glaube, nur das hätte ihn noch toller gemacht: Ziggy Stardust, der plötzlich aus einer Raumkapsel gleitet. Rein ästhetisch hatte ich die ganze Zeit Soderberghs "Solaris"-Remake im Kopf; dieser unfreiwillige Vergleich hat "Moon" vielleicht noch ein wenig gepusht. Und es mag schon sein, dass die Auflösung in Genre-Klischees verharrt, da dies aber so unfassbar viele Filme tun, bleibt mir zu loben, wie wirkungsvoll er das tut; wie nachgerade masochistisch Sam Rockwell gegen sich selbst zu Felde zieht, wie Jones diese klaustrophobische, fremde Atmosphäre aufbaut, unaufdringlich Reminiszenzen verstreut. Für mich der (bis dato) letzte große Weltraumfilm.

    Übrigens, dem Lob für Mansells Soundtrack schließe ich mich voll und ganz an!

    AntwortenLöschen
  8. Hallo!

    Hm, wüsste nicht, was da unentschlossen schlingert. Meiner Meinung nach hat der Film ein sehr deutliches Konzept mit enorm atmosphärischem, unterschwelligen Aufbau und einem grandios experimentell-radikalen Finale.

    Die ganz große Faszination für "Moon" bleibt mir da weiterhin etwas fremd, aber danke für deinen Kommentar (so werd ich auch mal wieder auf einen schönen Blog aufmerksam..).

    AntwortenLöschen
  9. ..."unterschwellig Unbehagen heraufbeschwörend" wollte ich wohl sagen.. :)

    AntwortenLöschen
  10. Sollte ihn ja sowieso noch einmal sehen; ist über drei Jahre her, aus irgendeinem Grund war ich schon im Voraus negativ eingestellt. Lief ja kürzlich im TV, allerdings auf RTL2, was a) kein besonders hübscher Rahmen für einen potentiell NICHT schlechten Film ist und b) dies und jenes aus meiner Erinnerung nur bekräftigt hat. Habe im Laufe der Jahre die erwähnte Filmmusik immer wieder hervorgeholt, die irgendwie jedes mal, wenn ich sie höre, sagen will, dass sie eigentlich zu einem beeindruckenden Film gehören MÜSSTE.

    Gern, wird nicht der letzte gewesen sein- wobei ich so erschreckend wenig von dem gesehen habe, was du hier rezensierst. Das mag damit zusammenhängen, dass ich nicht unbedingt aktualitätsbezogener Filmschauer bin. Und danke für Blogroll usw.. :)

    AntwortenLöschen
  11. Gerne, gerne...ich bin ja auch dankbar, wenn durch so einen Kommentar mal wieder ein guter Blog auf meinem Radar auftaucht...durch die vielen Filme und die Arbeit, usw. usf, bleibt mir für anderes, wie z.B. andere Blogs lesen geschweige denn entdecken, eh schon keine Zeit mehr... ;)

    Aber bei deiner feinen Regisseurs- und Filmauswahl schaut man gerne neugierig hin. :)

    AntwortenLöschen