5. März 2010

A serious man (Joel & Ethan Coen) 7,44




Es ist gewiss kein serious film, den uns die Coens hier präsentieren. Die Geschichte des jüdischen Physikprofessors, der vom Pech verfolgt, von Schicksalsschlägen geplagt ist (ja vielleicht sogar unter einem Fluch leidet, wenn man über den Prolog spekulieren möchte), haben sie als absurden Spaß angelegt. Und spaßig ist es dann auch, dennoch hat die Geschichte von Larry Gopnik eine gewisse Tragik inne, die A serious man von flachen Skurrilitäten-Komödien definitiv abhebt.

Aber, und vielleicht ist das der Grund, warum mich der Film nicht restlos überzeugt hat, das bittere Schicksal dieses eigenartigen Mannes wird von den Coens zu sehr fürs Amüsement ausgenutzt, empathisch für seinen Hauptcharakter kann man dieses Werk nicht gerade bezeichnen. Andererseits liegt es ja auch wieder sehr im Auge des Betrachters, inwiefern einem die Geschichte nahe geht oder der Typ leid tut und dafür geben die Coens wiederum genügend Raum.

Jedenfalls besitzt der etwas seltsame Film fast durchwegs eine souveräne Originalität in Optik und Erzählung und eine Qualität der Absurditäten, die ihn sehenswert und unterhaltsam machen. Dennoch bleibt ein ganz kleines, schwer zu beschreibendes, unbestimmtes Gefühl der Leere zurück und auch ist der Film nicht immer so schreiend komisch, wie er es vermutlich gerne wäre: mit den besten Coen-Werken kann A serious man meiner Ansicht nach nicht ganz mithalten.

Kommentare:

  1. Lustig, ich seh's genau anders herum. Es ist für mich gerade ein serious film. Ich denke hier geht es um Schicksal, Religion, Identität, den eigenen Platz in der Welt, vielleicht sogar auch um das Große Ganze, nicht nur den individuellen Existenzsinn, sondern das alles, auf dem Erdball, auf dem wir wandeln, kosmisch gesehen, gar keinen Sinn ergibt.
    Naja, ich hab 'nen halbes Review hier noch rumliegen; vielleicht krieg' ich das in 'nem Monat oder so nochmal fertig und kann meine Sicht dann ausführlicher darlegen ;)

    Mit der emotionalen Wirkung ging's mir trotzdessen aber wieder genauso wie Dir, weshalb ich den auch nicht zu meinen Lieblings-Coens zählen würde. Allerdings habe ich ihn auch erst einmal gesehen und um das abschließend beurteilen zu können, braucht's einfach noch mindestens zwei Sichtungen.

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  2. Sehr interessant, deine Punkte, ich würde mich sehr über den Text freuen. :)

    Ich bin gerade recht müde, aber ich werde versuchen, mal darauf einzugehen, kurz gesagt, all diese Themen, die du in dem Film behandelt siehst, geraten in meiner Sichtweise aufgrund des andauernden Zwanges an "Lustigkeiten" und Lächerlichkeiten derart ins Hintertreffen, dass ich den Film eben nicht besonders ernst empfinden konnte.

    Oder, da mich der Film auf der emotionalen Ebene nicht erreichen konnte, würde ich auch keine Lust verspüren, ihn nochmal zu sehen...

    Wo es in dem Film irgendwo um Religion gehen soll, ist mir allerdings schon mal nicht ganz klar, die Rabbis werden doch auch alle nur als Witzfiguren angeführt, und ansonsten wär mir nicht viel in Erinnerung, aber kann auch an mir liegen..

    Aber wie gesagt, wenn du den Text fertig bekommst, les ich ihn mit Freude, vielleicht steckt ja doch mehr an Sinn/Tiefgang/Gehalt, wie auch immer in diesem Coen als zunächst wahrgenommen.

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  3. ..bin da aber trotzdem noch eher skeptisch ;)

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  4. Deine Lesart erinnert an Rajkos sonst gängige Coen-Lesart ;), wobei ausgerechnet "Serious Man" für ihn ja die erste Ausnahme sei, und er den Film ebenfalls für "ernsthaft" hält. Den Drang nach dem unbedingt Witzigseinwollen würde ich bei "Burn after Reading" bsp. eher nachvollziehen können, hier fand ich die Detailversessenheit des jüdischen Milieus doch als putzig und auch persönlich (was die Coens angeht), denn als aufdringlich vom Humor her. Es ist ja sowieso eigentlich ein Film der stillen Lacher. Ich will ihn trotzdem nochmal sehen, alleine weil in den Film schon was drin steckt (sagt mir mein Gefühl) und es in der Vergangenheit auch emotional sperrige Filme gab, mit denen ich zuerst nicht so recht was anzufangen wusste, die ich jetzt aber sehr gerne sehe (Naked Lunch, Barton Fink, Lynch-Zeug etc.)

    Wegen des jüdischen Milieus kommt der Film meiner Meinung nach an der Religion unmöglich vorbei. Wenn es um Glaube geht, geht es unweigerlich auch um Religion. Und wenn es um das große Ganze geht, geht es unweigerlich auch um die Frage nach einem Schöpfer und Lenker. Z.B. die zeitlich parallellen Unfälle von Sy und Larry, die anderen Dinge, die ihm widerfahren. Zufall? Schicksal? Jedenfalls versucht er sein persönliches Unglück zu ergründen mithilfe seiner Identität (die sich zusammensetzt aus seinen Werten, seiner Kultur, seiner Religion eben auch, die da eine entscheidende Rolle spielt). Er wendet sich indirekt irgendwo hilflos und fragend gen Himmel: Was soll das alles?

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  5. Hirnloser Klamauk oder dergleichen ist er eben nicht, das muß ich auch nochmal unterstreichen. Trotzdem kann ich mich in so einen Film, der sich vor allem (auch wenn es eher die stillen Lacher sein mögen) durch die Skurrilitäten am laufenden Band (und ich denke, es gibt nicht eine Szene in dem Film, die nicht durch Humor gebrochen ist) definiert, gar nicht so hineinanalysieren, wie du es hier machst. Vielleicht auch nur deshalb nicht, weil man doch mehr als eine Sichtung benötigen würde, um mehr zu entschlüsseln. Andererseits denke ich, dass fast immer die Erstsichtung ausreicht, um die Grundmotive o.ä., auf was der Film im Groben hinauswill, erfassen zu können.

    Der Zusammenhang des jüdischen Milieus mit dem Glauben ist interessant, ich kenne mich da nicht so aus, kann daher nicht beurteilen, wie stark die Zusammenhänge da wirklich sind, es gibt ja auch viele offiziell "praktizierende" Christen in unseren Breiten, bei denen die Religion eben auch sehr in der Kultur und ihren Werten verankert ist, die dann aber in Wirklichkeit auch nicht gläubig sind. Und dann kommt eben die Macht des Zufalls und des Schicksals ins Spiel... ;)

    Da gefallen mir deine letzten Sätze gut, ob er sich jedoch wirklich gen Himmel wendet, könnte man bezweifeln?? Wird im Film nicht sogar angedeutet, dass er selbst eher weniger religiös ist, ich weiß es nicht mehr..vielleicht setzte er seine Hoffnung in Sachen Erklärung des Schicksals ja eher auf seine gigantischen Formeln oder das Mentalitarium oder wie das Ding hieß.. ;)

    Wie auch immer, meine einzige leichte Grundkritik an dem Film, nämlich, dass er wegen seiner Absurditäten am laufenden Band eher wie ein netter Witz als wirklich nachdenklich stimmend (..wieauchimmer..) rüberkommt, bleibt bestehen. Und dieses unbestimmte Gefühl, dass ich ihn auch nicht mehr als 'ganz nett' fand, werd ich vermutlich auch nicht mehr los.. ;)

    Auch wenn ich durch deine Anregungen doch wieder Lust hätte, ihn mir dahingehend nochmal genauer anzusehen. :)

    Aber vermutlich interpretierst du einfach zuviel hinein, hättste mal lieber das Gehirn an der Kasse abgegeben, wie jeder andere auch!

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  6. Achja, was hältst du denn vom Prolog, die Möglichkeit eines Fluchs (als Erklärung der negativen Verkettungen) wird da ja doch angedeutet..

    Vermutlich sind die Coens einfach so gerissen, dass sie das nur eingebaut haben, um zur Schicksals/Religions Debatte noch eine weitere Ebene hinzuzufügen :)

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  7. ..was für mich wiederum ein ganz klares Zeichen ist, dass es eben kein serious film ist ;)

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  8. Die Verfluchung ist eine Idee, die mir noch gar nicht in den Sinn zur Erklärung des Prologs kam, obwohl sie ja wirklich nahe liegt. Ich hatte mir auch schon eine Theorie zusammengesponnen, hab sie aber wieder fast vergessen. Ich vermutete, dass irgendwie um die Frage geht, ob der Dibbuk einer ist. Wenn ich mich recht erinnere, wurde er im Cast auch als "Dibbuk?" (also mit Fragezeichen) aufgeführt, und das Ganze so etwas wie die Metapher für den Film ist, der auf seine Fragen ja nicht wirklich Antworten findet. Aber Deine Interpretation klingt wirklich plausibler ;)

    Die Wissenschaft ist, gut, dass Du es nochmal ansprichst, ja auch ein Leitmotiv und wichtiges Puzzle meiner Meinung nach. Das Spannungsverhältnis zwischen ihr (die etwas Göttliches ja per se ausschließen muss, weil sie es nicht erklären kann) und Religiösität ist einer der großen Reibungspunkte. Schrödinger Katze und die Unschärferelation sind aber sicherlich nicht zufällig gewählte Probleme, die Larry lehrt. Da geht's ja auch um Pardoxien und Fragezeichen, eben Unschärfe. Lohnenswert, sich da nochmal ein bisschen einzugooglen.

    Was den Glauben angeht, muss auf jeden Fall unterscheiden zwischen dem Film und seiner Figur. Der Film glaubt nicht, aber Larry. "Haschem" fällt ja doch des öfteren bei seiner Antwortensuche. Und wenn er nicht frömmig wäre, würde er auch wohl kaum Rat bei den Rabbis suchen, oder? ;) Und Abraxas, der als blasphemisch gilt, weist er ja in der herrlich doppeldeutigen Szene mit den Schallplattenabonnement auch konsequent von sich.

    Also wie gesagt, ich denke schon, dass da noch einiges drin im Film steckt und alleine diese Doppelbödigkeiten und Themen, mit denen er sich beschäftigt, machen ihn zu einem "ernsthaften" Film ;)

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  9. Dem "Autor" Dirt möchte ich in seiner Grundlesart zustimmen, dass es hier eher um die geschichtliche und kulturelle Weiterung des Themas geht, als um nur um Larry. Die Frage, ob der Dibbuk einer ist, wird auf mehreren Ebenen gestellt. Unbewusst auch von Larry als Physiker, denn Schrödingers Katze ist ja in einem Zustand, wo man aus prinzipiellen Gründen nicht genau sagen kann, ob sie lebendig oder tot ist.

    Die Deutung des Dibbuks liegt glaube ich auf einer Ebene, die der Film nicht direkt abbildet. Sondern entsteht aus der Deutung der Lücken dazwischen. Der Film spielt übrigens sehr bewusst mit diesen Lücken, insbesondere (aber lange nicht nur)den "fehlenden" drei Jahren, die das geheime Leitmotiv sind.

    Vom Prolog mit dem seit drei Jahren toten Dibbuk bis zum Ende. Jefferson Airplanes "Surrealistic Pillow" erschien im Februar 1967, Santanas Abraxas im September 1970. Ein Kalenderblatt das "zufällig" im Film zu sehen ist zeigte nach meiner Erinnerung "May 1967".

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  10. Das ist mir gar nicht aufgefallen mit der Zeitlücke. Interessant. Da gilt es nochmal mitunter drauf zu achten beim nächsten Mal.

    Wird's vom "Autor" Sieben Berge (oder seinem Alter Ego) noch 'nen Text dazu geben?

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  11. Ich sehe schon, ich hab mich etwas zu wenig mit den Details beschäftigt ;)

    das ist schon alles interessant, danke euch beiden für den Input hier, aber ist es der Film wirklich wert, sich da überhaupt so intensiv damit auseinanderzusetzen..oder ist er nur eine kühl kalkulierte Coensche Besserwisserei? ;)

    Euch hat er auf jeden Fall deutlich mehr erreicht und zum Nachdenken aufgefordert als mich!

    Zumindest als Vorlage für Analyse-Spielchen-Unterhaltsamkeit kann der Film also auf jeden Fall schon einiges, wie es den Anschein hat. Trotzdem muß ich sagen, dass mich das alles insgesamt eher kalt lässt. ;)

    Ziemlich schräg eigentlich, dass ich in dem Fall wohl mal ausnahmsweise den Rajko mache ;)

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  12. Gestern habe ich den Film noch mal gesehen, mit allerdings zwiespältigem Ergebnis. Von seiner Qualität bin ich nach wie vor mehr als überzeugt, zumindest der Drehbuch Oscar wäre durchaus verdient gewesen. Aber da die Coen-Brüder mit „No Country for Old Men“ erst abgeräumt hatten, konnte man damit wohl nicht rechnen.
    Was allerdings die Deutung angeht, taten sich mir für jede gelöste Frage zwei neue auf. Ob sich meine Teileinsichten je zu einer reviewtauglichen Form zusammenfügen lassen werden, kann ich nicht sagen. Ein halbfertiger Reviewrohbau ruht auf meiner Festplatte. Sicher soll sich das Review nicht in Detailproblemen verlieren, aber manche Einzelheiten sind mir einfach nicht völlig klar. Vielleicht kann mir ja einer von euch auf die Sprünge helfen? Folgende Fragen:

    1. Sy Ableman war verheiratet, bevor er sich an Larrys Frau ranmachte. Nur wann ist Sys Frau gestorben? Mehrfach reagieren Figuren auf die Nachricht, dass er jetzt eine Affäre mit Larrys Frau hat, entrüstet: Seine Frau Ester wäre doch „gerade erst kalt“. Dann kommt stets der Einwurf: „Wieso? Die ist doch schon seit drei (!) Jahren tot“.
    2. Die Unfälle von Sy und Larry waren absolut zeitgleich. Waren das zwei verschiedene Unfälle oder der gleiche Unfall? Ich fand die Montage sehr zweideutig und bewusst unübersichtlich.
    3. Sy nimmt sich Larry Frau und diskreditiert ihn bei der Einstellungskommission. Nach seinem Tod (!) taucht er in Larrys Visionen im Hörsaal auf. (Man erinnere sich an den Prolog: Durch einen Wagenunfall lernt der Ehemann den Dibbuk(?) kennen. Spiegelung: Durch einen Wagenunfall wird Larry Sy los. Ist Sy eine Art Dibbuk, ein Fluch für Larry?
    4. Was genau hat der Tornado am Ende für eine erzählerische Funktion? Meine Theorie ist, dass er (wie ja der ganze Film) vom Buch Hiob inspiriert ist. Am Ende des Buches spricht der HErr aus einem „Wettersturm“ zu Hiob.

    Usw. usw. Ein Fass ohne Boden.

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  13. Zu 1)
    Wie gesagt, dass mit dem Zeitloch ist mir gar nicht aufgefallen.

    Zu 2)
    Das führt also zur These, dass die beiden dieselbe Person sind? Bzw. Sy eine Art Kopfgeist, ein Dämon, eben siehe 3) ein Dibbuk ist?

    Zu 4)
    Einerseits Hiob ja, sehe ich auch. Andererseits gibt es ja noch die Tornado-Metapher an sich. Das Wirbelnde und Hinwegfegende dieser Natur(!)gewalt. Und Larry scheint ja bald hinweggefegt zu werden (denn sein Arzt hat ja überdeutlich keine guten Nachrichten für ihn). Und wie man weiß, ist ja plötzlich alles, was wir uns aufgebaut haben, ausradiert, wenn ein Tornado über das Haus wegfegt. Was mich wieder an die Nichtigkeit der menschlichen Existenz erinnert. Nur ob Schicksal (religiös) oder Zufall (Naturgewalt, der Tornado ist ja offenbar auch "authentisch"), wer weiß es? ;)

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  14. 1) Das seh ich ganz einfach so, dass hier auf die verklemmte Moral der Leute angespielt wird, die diesen Ausspruch "gerade erst", tätigen, obwohl es schon 3 Jahre her sind ;)

    2) Hm, ich hab es nicht mehr genau im Kopf, aber ich dachte damals schon, dass es doch (entgegen der Annahme während der Szene) 2 verschiedene Unfälle waren, aber eindeutig wird es wohl nicht aufgeklärt..?

    Die Idee, dass Sy Larrys Dibbuk ist, vielleicht ja auch nur metaphorisch, gefällt mir aber sehr gut. :)

    Der Tornado symbolisiert für mich eben das herannahende Ende (von Larry), "ein Sturm kommt auf",..


    Lieber Dirt, mit einer "Nichtigkeit der menschlichen Existenz" kann ich wenig anfangen :)
    Sicher ist der Mensch den genannten Einflüssen ausgeliefert, dennoch kann er großteils ein eigenbestimmtes Leben führen ;)

    Vielleicht zeigen uns die Coens mit Larry einfach da auch ein Negativ-Beispiel eines Mannes, der völlig hilflos und wie betäubt sein Schicksal über sich ergehen lässt und großteils unfähig ist, Dinge umzugestalten...

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  15. Auch wenn der Film seine Figuren liebevoll religiöse Bräuche durchführen lässt, ihnen auch huldigt (die Figuren glauben lässt), bin ich davon überzeugt, dass er diesen Glauben in Frage stellt. Aus religiöser Sicht muss die menschliche Existenz natürlich sinnig sein, aus naturwissenschaftlicher Sicht (das ist eben das große Ganze, was ich meine) ist sie das mitnichten. Die Lesart kommt für mich, muss ich dazu sagen, aber auch erst so richtig in Betracht im Zusammenhang mit "Burn after Reading", der ja umklammert ist von diesem kosmischen, außerirdischen Blick (der natürlich aber auch wieder ein göttlicher sein könnte), der feststellt, dass das ganze Chaos da unten von oben aus betrachtet völlig nichtig ist. Und das führt wiederum zu "A serios man", dem Wissenschaftler Larry und ist letztlich wieder die Umkehrung von Heisenberg: umso so weiter wir uns vom betrachteten Gegenstand wegbewegen, desto klarer wird alles. Ein Prinzip, mit dem sich die Coens ja nicht zum ersten Mal - offenkundig - identifizieren (siehe den großartigen "The man who wasn't there")

    Also, der Film steht irgendwo in der Schwebe zwischen Glauben und Wissenschaft, Schicksal und Zufall. Meine Interpretation bzgl. des Unfalls geht daher auch in diese Richtung: ein bezeichnendes Beispiel für ebendieses Zerwürfnis von Bestimmung und Zufall.

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  16. Kosmisch gesehen ist das dann wohl so, ja :D

    Vielleicht hat mir dieser Blick von ganz oben, den die Coens sich selbst da oft anmaßen, hier zum ersten Mal nicht mehr so geschmeckt, weil sie sich damit im Prinzip ja auch langsam wiederholen..aber den Reiz des Films habt ihr ja hier wiederum schon ausdrücklich belegt. :)

    Hm, Burn after Reading hab ich ja verpasst/ausgelassen/noch nicht gesehen (auch The Man.. hab ich kaum mehr im Gedächtnis), und ich weiß, dass du dich bei ihnen sehr gut auskennst, also kann man das gut so stehen lassen. Danke schonmal (zwischendurch) für die erste echte spannende Filmdiskussion hier!

    Und das ausgerechnet bei einem Film, den ich zunächst nur unter "nett, aber keinesfalls mehr" abgelegt hatte ;)

    P.S. Bestimmung, sowas gibts doch eh gar nicht ;)

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  17. Von den Coens kenne ich alle Filme und es gibt eigentlich nur einen, der völlig murks ist: "Ladykillers", da ist das Original ja um so viel besser. Selbst der "unmögliche Härtefall" ist noch okay, weil irgendwie charamant. "TMWWT" solltest Du Dir vielleicht noch mal geben, mein persönlicher Lieblingscoen. Das "Unschärfezeug" wird da ja von "Monk" vorgetragen ;)

    Bestimmung, sowas gibts doch eh gar nicht ;)
    Und das sagst Du als Lost-Jünger!
    Fällt mir nur so gerade ein, da gestern die 5. Staffel auf Kabeleins endete (3 Folgen am Stück, mehr geht nicht :D). Die war ganz großes Kino btw. Auch wenn das Ganze "logisch" nicht mehr aufgeklärt werden dürfte ;)

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  18. Jaa Lost, hehe, von Serien erwart ich mir ja auch keine "seriousen" Abhandlungen unserer Welt, von Filmen oft schon :)

    Die fünfte Staffel hab ich mir vor ca. 2-3 Wochen in wenigen Tagen reingezogen, einfach sensationell, was da abgeht. :) Wobei es in der OV noch zehnmal cooler ist, das muß ich einfach sagen, auch wenns blöd klingt ;)

    Bei Lost war halt schnell klar, dass es ein gewaltiger, aber sehr faszinierender und vor allem höchst spaßiger Nonsens ist, auf dieser Ebene kann ich dann auch gut mit Bestimmung, Schicksal und dem ganzen Schmahfu.. ;)

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  19. Und TMWWT schau ich mir ganz sicher nochmal an, wenn endlich mal Zeit für Zweitsichtungen von Filmen wäre.. ;)

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  20. Aber warum sollte eine Serie nicht auch was zur Erweiterung unseres Horizonts beitragen können? Und dazu: Figuren haben viel mehr Zeit und können da eigentlich noch viel näher an uns, unserem Alltag dran sein, als ein Film es in 90 Minuten vermag. ;)

    Dass Du Season 5 auch vor kurzem beendet hast, das las ich, daher wusste ich ja, dass Deine Eindrücke dazu noch frisch sind. Ich mag ja Juliet irgendwie besonders (obwohl ich sie ja sonst nur als schauriges Pädomonster in "Running Scared" kenne, lol...) und fand den Dharma-Strang so schön entzückend idyllisch, dass es mir gestern fast das Herz brach, als sie so Cliffhanger-mäßig Saywers Händen entglitt ;) Schon was von Staffel 6 gesehen?

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  21. Ja, das mit der Serie stimmt schon, meine Güte, eigentlich ist das KOMPLETTER QUATSCH, den ich da geschrieben habe, alleine als SFU Vergötterer kann ich mir da selbst ja nur sofort widersprechen :-0
    kann nur am arbeiten und gleichzeitigen Schlafmangel liegen.. ;)

    War wohl zu lostfixiert, da seh ich nicht unbedingt etwas richtig Horizonterweiterndes drin, ist halt Rumrätseln und zahlreiche Anspielungen an Naturwissenschaften und Philosophie (erinnert mich ein bisserl an das Prinzip von Matrix) auf einem großteils enorm hohen Level.

    Ich wollte ja Lost inzwischen ab Staffel 3 mit meiner Freundin schauen, aber wir kamen kaum dazu und deshalb schau ich gerade eben S6E1, dein Kommentar hat die Sucht gleich wieder ausgelöst :D

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  22. Naja, auch wenn das rational betrachtet ja auch alles kompletter Quatsch ist, hat gerade die 5. Staffel doch viel Denksport geliefert. Mit der Zeitreise-Thematik (und ihren damit verbundenen Paradoxien) kriegt man mich sowieso immer.

    Ich werd' mich wohl noch bis Herbst gedulden müssen, obwohl es besonders hart ist, auch noch von Dir zu erfahren, dass Du jetzt auch schon in den Genuss kommst, was mir noch verwehrt ist ;)

    Die Sucht von TV-Serien - diesem Thema müsste vielleicht auch mal filmwissenschaftlich nachgegangen werden. Wobei die Lösung wahrscheinlich eine ganz psychologische ist und - eben durch die viele Spielzeit - man sich mit den Charakteren verbrüdert, identifiziert. Ohne diese (künstliche) emotionale Bindung wären Serien wahrscheinlich nur halb so schön. Deshalb verrate mir nach Deiner S6E1-Sichtung auch wenigstens, ob Juliet noch unter den Lebenden weilt? ;)

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  23. Nee, das kann ich doch nicht!! ;)

    Aber du kannst ja mal posten, was du annimmst...eigentlich kann man es sich doch eh denken, oder? :)

    Ansonsten überall Zustimmung.

    Inwiefern denn "verwehrt"?? ;)

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  24. She's still alive wie der Rest der ganzen Bande? Schön, aber bei "Lost" weiß man ja nie so genau, da kann ein Nebencharakter auch schnell mal hopps gehen ;)

    Naja, ich hab jetzt zufällig keine amerikanischen Verwandten, die mich mit Stoff versorgen könnten. Pay TV hab ich auch nicht, will ich auch nicht. Und so'n neumodisches Internet-Videothekzeugs ist mir auch irgendwie suspekt. Da muss ich wohl bis Herbst warten. Kann ich aber auch. In 2 Wochen spätestens werd ich, denk ich, wieder "clean" sein.

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